CDU und SPD planen drastische Stellenkürzungen an Schulen in Nordhessen
Die Landesregierung aus CDU und SPD plant zum kommenden Schuljahr drastische Stellenkürzungen an Hessens Schulen, die die Schulamtsbezirke Schwalm-Eder-Kreis und Waldeck Frankenberg erheblich treffen werden: Nach Schätzungen der GEW und des Interessenverbands hessischer Schulleitungen e.V. (IHS) werden hier allein durch Kürzungen im Sozialindex mindestens 7,1 Lehrkräftestellen wegfallen.
Hessenweit werden 300 Stellen aus dem Stellenpool des Sozialindexes gestrichen – das ist nahezu die Hälfte der bislang zur Verfügung stehenden Stellen. Aus dem Sozialindex erhalten Schulen, die aufgrund einer extrem heterogenen Schülerschaft besonders herausgefordert sind, zusätzliche Ressourcen. Davon profitieren insbesondere Integrierte und Kooperative Gesamtschulen sowie Grundschulen. Mit den Lehrkräftestellen können beispielsweise ergänzende Förderkurse ermöglicht werden. Darüber hinaus planen CDU und SPD, hessenweit etwa 90 Stellen nur an Integrierten Gesamtschulen einzusparen und 40 Millionen Euro bei den Deutschförderkursen für geflüchtete Schüler*innen zu streichen. Insgesamt summieren sich die Kürzungen auf rund 70 Millionen Euro.
Der GRÜNE Landtagsabgeordnete Christoph Sippel zeigt sich angesichts der Kürzungspläne der schwarz-roten Landesregierung alarmiert: „In ihrem Koalitionsvertrag haben CDU und SPD noch angekündigt, mehr Lehrerstellen an Hessens Schulen schaffen zu wollen. Nun erleben wir das Gegenteil: einen ideologisch motivierten Kahlschlag zulasten der Bildungsgerechtigkeit. Die Handschrift dieser Kürzungen ist eindeutig. Die CDU nutzt den ‚Konsolidierungsprozess‘ der Landesregierung, um das zu streichen, was ihr immer schon ein Dorn im Auge war. Und die SPD trägt diese Kürzungen an ihrem einstigen bildungspolitischen Markenkern widerstandslos mit. Die Leidtragenden sind vor allem die Schulen und Schüler*innen, die es ohnehin besonders schwer haben. Wir GRÜNEN fordern die Landesregierung auf, diese Kürzungen bei der Bildung vollständig zurückzunehmen. Noch ist der Haushaltsplan für 2026 nicht verabschiedet – noch ist es nicht zu spät.“